Keine personalisierte Werbung mehr ab 2022 laut Google

Google kündigt in einem Blogbeitrag an, bald keine Werbung mehr auszuspielen, die auf dem Surf-Verhalten der Nutzer basiert. Auf die auslaufenden Tracking Cookies werden keine Nachfolge-Technologien entwickelt.

David Temkin, Google-Manager (Director of Product Management, Ads Privacy and Trust) kündigt einen „Kurs in Richtung Privacy First Web“ an. Er spricht die Abkehr Googles von der individualisierten Werbeausspielung an.

Die Nutzung und Unterstützung von Third Party Cookies werden, soweit nichts neues, auslaufen. Temkin bekräftigt allerdings, dass das Unternehmen keine Nachfolgetechnologie entwickeln wolle, welches individualisiertes Werbe-Targeting von Nutzern aufgrund deren Surfverhaltens ermöglicht. Genau dieses Konzept machte Google jedoch in den vergangenen 15 Jahren zum weltweit führenden Werbekonzern.

Investition sei nicht nachhaltig                    

Das Unternehmen sei sich darüber im Klaren, dass andere Anbieter ein höheres Level an Benutzeridentität für das Ad-Tracking im Internet anbieten können. Als Beispiel führt Temkin etwas PII Graphen auf, die auf E-Mail-Adressen von Nutzern basieren. Google sieht in diesen Lösungen allerdings einen Widerspruch zu den steigenden Nutzererwartungen hinsichtlich des Datenschutzes. Die sich schnell entwickelnden regulatorischen Beschränkungen würden eine weitere Hürde darstellen. Temkin verdeutlich daher, dass diese Lösungen nicht als nachhaltige Langzeitinvestition angesehen würden.

Einen kompletten Rückzug aus der zielgruppengerechten Werbung wird Google aber nicht antreten. Dies würde wohl auch einem Todesurteil für das Unternehmen gleichkommen. Temkin verrät, die Entwicklung neuer Programmschnittstellen (AIPs) stünde an. Sie werden der Werbewirtschaft auch in Zukunft den Zugang zu Usern möglich machen, deren Interessen zu der Zielgruppendefinition der Unternehmen passen.

Die Lösung heißt FLoC

Ermöglichen soll dies durch FLoC (Federated Learning of Cohortes). FLoC soll die individualisierte Verfolgung der Nutzer über diverse Internetseiten hinweg ersetzten. Laut Google soll die neue Lösung die Performance für Werbekampagnen lediglich mit einem Effizienzverlust von weniger als 5% beeinflussen.

Der neue Ansatz kann als Folge des zunehmenden juristischen Drucks auf den Suchmaschinenkonzern gewertet werden. In den USA und Europa ist das Unternehmen Ziel von Untersuchungen, die den Umgang von Userdaten beinhalten.

 

Quelle: Internetworld.de

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